Stellungnahme einer betroffenen Mutter

ich bin alleinerziehende mutter von max, 16 jahre und josef, 6 jahre. max ist seit seiner geburt schwerstbehindert, pflegestufe sieben. er hat eine spastische tetraparese, das heißt, er kann keine handlung selbstständig ausführen, sitzt im rollstuhl, muss gewickelt, gefüttert, gewaschen, an- und ausgezogen, therapiert,…werden. aufgrund seiner extremen spastizität ist jede dieser tätigkeiten für mich nicht mehr alleine zu bewältigen.
für das jahr 2010/2011 bekamen wir 600 jahresstunden fed zugesprochen. ich hatte hilfe bei der morgen- und abendpflege, konnte hin und wieder abends ausgehen und auch am wochenende mit meinem sohn josef etwas unternehmen. max ist unter tags in einer einrichtung der lebenshilfe, von montag bis donnerstag bis 15.30 und am freitag bis 13.00. in diesem zeitraum muss ich zu ämtern um anträge zu stellen, hilfsmittel beantragen, arzttermine ausmachen, rezepte, verordnungen, überweisungsscheine,… besorgen, rechnungen einreichen, geld für nicht finanzierte hilfsmittel beantragen und bei privaten geldgebern zuschüsse aufstellen (zuletzt einen rollstuhl, der 20000 euro kostete)uvm. außerdem muss ich mich um max´ bruder josef kümmern, der auch unter meiner schwierigen situation leidet. aufgrund einer psychischen erkrankung und der ständigen überlastung bin ich in berufsunfähigkeitspension.

nach der neuen levo würde ich, da max auch in einer tageswerkstätte betreut wird, und ich nicht berufstätig bin (!!) keine einzige stunde familienentlastungsdienst mehr bekommen!! diese situation wäre für mich untragbar. ich hätte in der früh, am abend, an feiertagen und an den wochenenden keinerlei unterstützung mehr, was erstens körperlich nicht mehr machbar ist und zweitens meine psychische situation noch verschlechtern würde, außerdem würde josef noch mehr unter diesen umständen leiden. da ich aufgrund der ständigen überforderung bereits 4 mal stationär ins lsf musste, befürchte ich, dass dies durch die extreme verschlechterung wieder notwendig sein könnte. zusätzlich hat max zu seiner betreuerin eine sehr intensive und gute beziehung aufgebaut, wenn diese wegfiele, würde max sehr darunter leiden.

mein einziger ausweg wäre, max in eine vollzeitbetreute einrichtung zu geben, was für mich und max eine viel zu frühe und drastische trennung wäre mit unabsehbaren folgen für alle beteiligten. und ganz nebenbei würden die kosten für eine vollzeitunterbringung die von 600 fed stunden um ein vielfaches(!!!) übersteigen. ich frage mich wirklich, wo da die logik ist. dieses neue gesetz würde sich tiefgreifend negativ auf mein leben und das meiner kinder auswirken. ich bin entsetzt und verzweifelt und hoffe, dass diese unmenschlichen maßnahmen nicht in kraft gesetzt werden!!

mag. r.p., max und josef